Herzlich willkommen in der Evangelischen Verbundkirchengemeinde Betzweiler-Peterzell

Kirchtürme von Peterzell und Römlinsdorf

Zwei Kirchtürme -- ein Gesicht: gemeinsam sind Peterzell und Römlinsdorf stark.

Herzlich willkommen hier bei uns auf der Höhe zwischen Alpirsbach und Oberndorf!

Das Pfarrbüro ist Dienstags vom 11.8. bis einschließlich 2.9. nicht besetzt.


Sonntagsimpulse

Der Gottesdienst für Sonntag 17.5.2020

Impuls für Sonntag, 17.5.2020

 

Psalm 23


Schriftlesung Matthäus 6 , 5 - 15


Liedvorschlag: „Ins Wasser fällt ein Stein“


Sonntagsimpuls – Das Vaterunser

Jesus lehrte seine Jünger das Vaterunser zu beten. Viele von uns beten es täglich.

Das Gebet ist so in uns drin, dass es manchmal schon automatisch kommt, und wir nicht viel darüber nachdenken. Das muss nichts schlechtes sein. Es ist dann ein bisschen wie ein Lied, das uns direkt in die Seele spielt.

Trotzdem lohnt es sich, anhand unseres Predigttextes, auch mal näher hin zu schauen.

Denn es gibt einen Grund warum Jesus seine Jünger das Vaterunser lehrt. Sie sollen nicht plappern wie die Heiden. Sie sollen nicht denken dass sie mit vielen Worten bei Gott mehr erreichen. Oder dass sie Gott überreden können. Gebete wurden damals als Zaubersprüche missbraucht. Wenn ich nur richtig bete, wird ein Gott mir meinen Wunsch garantiert erfüllen. Auch bei Christen kommt es noch vor. Wenn Menschen tatsächlich sagen, dieses oder jenes Unglück hätte Menschen nicht getroffen, wenn sie gebetet hätten. Wer so redet, versteht das Beten als Zaubersprüche, mit denen man letztlich Macht über Gott hat. Man kann Gott dann dazu bewegen, das zu erfüllen, was man will.


Dagegen setzt Jesus den Beginn des Vaterunser:
Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme,

dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.


Direkt am Anfang werden wir daran erinnert, wie unsere Stellung zu Gott ist. Er ist im Himmel, er ist heilig – und wir sollen seinen Namen heiligen.

Sein Reich soll kommen, sein Wille soll geschehen. Wir ordnen uns also Gottes Willen unter.

Wir versuchen ihn nicht zu überreden oder mittels Gebete zu zwingen, sondern wir akzeptieren Gottes Willen, komme was mag.


Der nächste Teil geht aber darauf ein, dass wir trotzdem Menschen sind, die Bedürfnisse haben.

Die abhängig sind.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unser Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.


In diesen Zeilen gestehen wir unsere Abhängigkeit von Gott. Wir brauchen das tägliche Brot. Ohne Gott würde nichts wachsen. Ohne Gott gäbe es kein Leben.

Und Schuld, die laden wir täglich auf uns. Gerade gegenüber Gott. Und diese Schuld kann nur Gott uns vergeben.

Unseren Schuldigern sollen wir vergeben, also denen, die an uns schuldig geworden sind. Denn Vergebung erst macht Leben möglich. Und beides gehört zusammen: Um Vergebung bitten und Vergebung gewähren.

Schließlich die Bitte, die vielleicht am schwierigsten zu verstehen ist. Gott soll uns nicht in Versuchung führen. Dazu gibt es ganze Bücher, und da der Impuls hier kurz gehalten sein soll, langt das nicht. Aber ich habe es auf meine Liste von Themen und Ideen geschrieben, worüber ich mal predigen will.

Feststellen kann man aber: In Versuchung werden wir immer wieder geführt. Auch da sind wir von Gott abhängig. Und das Böse in der Welt gibt es. Leider. Auch davor kann uns letztlich nur Gott bewahren.


Das Vaterunser das wir beten, betont unsere Abhängigkeit von Gott. Mit einfachen und klaren Worten bekennt es, dass wir unser Leben oft viel weniger im Griff haben, als uns lieb ist.

Sondern dass wir abhängig sind von Gott.

Ich denke mir immer, dass also besonders Christen doch für diese Krise gut gewappnet sind. Weil wir wissen, was es bedeutet, abhängig zu sein. Dass unser Leben letztlich nicht in unserer Hand liegt, sondern in der Hand Gottes. Dass wir gelernt haben, was es bedeutet, abhängig zu sein.

Und das auch auszuhalten. Auch wenn uns manche Einschränkungen nicht gefallen. Ich glaube, die Hygieneregeln hier im Gottesdienst findet niemand toll. Aber wir können es aushalten.


Den Grund dafür nennt Jesus im letzten Teil des Vaterunsers:

Denn dein ist das Reich, und die Kraft, und die Herrlichkeit, in Ewigkeit.


Gott ist groß, er ist heilig. Wie ein Rahmen schließt sich diese Aussage um den mittleren Teil.

Weil Gott aber groß ist, weil ihm das Reich gehört und alle Kraft, macht uns das Mut.

Wir vertrauen darauf dass Gott ein guter und barmherziger Gott ist. Dass auch sein Wille gut ist.

Dass Gottes Willen einen guten Grund hat. Auch wenn wir ihn nicht immer verstehen.

Ich habe jetzt mit meiner Klasse 8 nur noch digital Unterricht. Und dort habe ich Ihnen eine Frage gestellt: Ist Corona vielleicht eine Strafe Gottes? Sie sollten diskutieren. Und das haben sie.

Sie kamen zu dem Ergebnis dass Corona nicht unbedingt eine Strafe ist – weil Gott ja auch ein barmherziger und liebender Gott ist. Aber Corona könnte die Menschen dazu bewegen, endlich mal wieder nachzudenken, was wirklich wichtig im Leben ist. Ein spannender Gedanke.

Unser Vertrauen zu Gott, unser Glaube, der vertraut auch auf die Herrlichkeit Gottes. Auf seine Ewigkeit. Dass Gott größer ist als alles andere. Und größer ist als alle Sorgen und Nöte die wir haben. Nicht dass sie ihm nicht wichtig wären. Sondern dass für Gott unsere Sorgen und Nöte nichts sind, wozu er mühsam überredet werden muss. Sein Wille wird ja geschehen.


Amen.



Liedvorschlag: „Meinem Gott gehört die Welt“



Vaterunser


Abkündigung


Segensbitte
„Es segne und behüte uns der dreieinige und barmherzige Gott: Der Vater, der Sohn

und der Heilige Geist. Amen.“

  • Meldungen aus der Landeskirche

  • 20.09.20 | Waren die Dinos nicht auf der Arche?

    Zum Weltkindertag beantwortet Landesbischof Frank Otfried July für das Kirchenradio Fragen von Kindern rund um Gott und Glaube. Hier können Sie sich alle Fragen und Antworten anhören.

    mehr

  • 18.09.20 | "Eine humanitäre Katastrophe"

    Theologiestudent Max Weber aus Tübingen ist zurzeit auf Lesbos. Über seine Eindrücke und die Situation der Flüchtlinge aus dem abgebrannten Lager Moria hat er im Interview mit www.elk-wue.de gesprochen.

    mehr

  • 18.09.20 | Hohe Akzeptanz für digitale Gottesdienste

    Flink und flexibel haben viele evangelische Gemeinden in Württemberg auf Corona reagiert und digitale oder hybride Gottesdienstformate auf den Weg gebracht. Ein Studie gibt nun Aufschluss darüber, wie die Angebote angekommen sind. Das Fazit lautet: Daumen hoch!

    mehr